Deutschland-Rundspruch 6/2011

Quelle: DARC e.V. Lindenallee 4, 34225 Baunatal, Telefon 0561 949880

Deutschland-Rundspruch 6/2011, 6. KW

Hallo, liebe SWLs, YLs und OMs,Sie hören den Deutschland-Rundspruch Nummer 6 des Deutschen Amateur-Radio-Clubs für die 6. Kalenderwoche 2011. Diesmal haben wir Meldungen zu folgenden Themen:

  • Für und Wider einer Gruppen-Rechtsschutzversicherung aller DARC-Mitglieder
  • Statistik der Funkamateure in Deutschland
  • BPSK-Decodersoftware für ARISSat-1
  • Neuer DARC-Referent für Not- und Katastrophenfunk
  • Poster zur Sonnenaktivität 2010
  • Junger DXer aus Thüringen wird an T32C-DXpedition teilnehmen
  • UCX-Log unterstützt DCL- Termine
  • Aktuelle Conteste
  • Was gibt es Neues über das Funkwetter?

Hier die Meldungen:

Für und Wider einer Gruppen-Rechtsschutzversicherung aller DARC-Mitglieder
Im aktuellen Vorstandsblog berichtet der DARC-Vorsitzende Steffen Schöppe, DL7ATE, über Verhandlungen des DARC e.V. für eine Gruppen-Rechtsschutzversicherung seiner Mitglieder. Zwar haben viele Bürger bereits eine Privatrechtsschutzversicherung, diese deckt jedoch meist nicht das Gebiet des Verwaltungsrechtsschutzes ab. Als Beispiel für einen entsprechenden Streitfall nennt DL7ATE Betriebseinschränkungen für Funkamateure, die regelmäßig vor einem Verwaltungsgericht landen. Der DARC kann und darf solche Fälle nur unterstützen, wenn es um einen Präzedenzfall geht, dessen Ausgang relevant für alle Funkamateure ist. Die Einrichtung dieser Versicherungsleistung für alle DARC-Mitglieder würde für den DARC e.V. jedoch in Mehrkosten resultieren. Die mehrfach aus der Mitgliedschaft vorgeschlagene Alternative, eine solche Versicherung innerhalb der geplanten „Plus-Mitgliedschaft“ anzubieten, scheitert daran, dass die Versicherungsbeiträge für die Konzerne nicht kalkulierbar sind. Für den DARC e.V. gibt es daher nur zwei Möglichkeiten: Verzicht auf die Gruppenversicherung oder eine Anpassung des Mitgliedsbeitrages. Der Vorstand sammelt Meinungen aus den Reihen der Mitglieder per E-Mail, ob es sich lohnt, in dieser Sache weiter zu arbeiten.

Statistik der Funkamateure in Deutschland
Mit Stand 31. Dezember 2010 gibt es in Deutschland 72 293 Funkamateure mit Individualrufzeichen. Davon haben 64 975 die Klasse-A-Genehmigung und 7 318 entfallen auf die Amateurfunkklasse E. Diese Zahlen hat die Bundesnetzagentur dem DARC e.V. mitgeteilt. Blickt man auf die vergangenen zehn Jahre, ist das die niedrigste Zahl an Funkamateuren in Deutschland. In den Jahren 2005 bis 2009 zählte die BNetzA im Schnitt 75 000 personengebundene Rufzeichen. In den Jahren 2001 bis 2004 lag die Zahl abermals höher, mit einem Spitzenwert in 2002 von fast 81 000 ausgegebenen Genehmigungen.

BPSK-Decodersoftware für ARISSat-1
OM Gould, WA4SXM, hat ein Update für seine Software zum Decodieren des neuen BPSK-1000-Modus von ARISSat-1 im Internet veröffentlicht. Derzeit befindet sich die Software noch in der Testphase. Im Laufe der nächsten Woche will WA4SXM die Endversion bereitstellen. Die PC-Version läuft seinen Informationen zufolge derzeit nur unter Windows XP. Eine Programmversion für Macintosh soll es ebenfalls geben. Das Aussetzen des neuen Amateurfunksatelliten ARISSat-1 von der Internationalen Raumstation ISS ist während eines Außenbordeinsatzes am 16. Februar geplant. Ein ausführlicher Beitrag über ARISSat-1 und seine Möglichkeiten ist in der Märzausgabe der CQ DL nachzulesen, die zwei Tage später, am 18. Februar, erscheint.

Neuer DARC-Referent für Not- und Katastrophenfunk
Dieter Mausbach, DO9DMB, wurde vom Vorstand des DARC e.V. Anfang Februar zum Referenten für Not- und Katastrophenfunk ernannt. Der 59-jährige Funkamateur ist seit 2009 Mitglied im DARC e.V. und hat im Februar 2010 das Amt des Ortsverbandsvorsitzenden von Neandertal (R09) übernommen.

Poster zur Sonnenaktivität 2010
Als Jahresrückblick auf 2010 steht auf der Webseite des OV Wolmirstedt (W37) ein Sonnenfleckenposter zum Selbstdrucken zur Verfügung. Hier ist für fast jeden Tag des Jahres ein Bild der Sonne und ihrer, für uns so wichtigen, Flecken zu sehen. Sehr gut kann man die von Tag zu Tag fortschreitende Entwicklung von Fleckengruppen und die Sonnenrotation erkennen. Jeder DXer kann sehen, wie seine Erfolge 2010 mit dem Sonnenflecken korrelieren. Bei dem kostenlos zur Verfügung gestellten Poster handelt es sich um eine über 13 MB große JPG-Datei in hoher Qualität. Die Datei kann man sich beispielsweise über einen Internet-Fotodienst ausdrucken lassen und erhält so ein schönes Poster fürs Shack. Sicher ist das auch ein repräsentatives Geschenk, z.B. bei OV-Auszeichnungen. Das Poster und einige Hinweise zum Ausdruck finden sich auf der W37-Webseite.

Junger DXer aus Thüringen wird an T32C-DXpedition teilnehmen
Michael Zürch, DG1CMZ, aus Thüringen komplettiert als Jung-DXer das Team der T32C-DXpedition. DG1CMZ ist mit seinen 25 Jahren schon ein erfahrener DXer. Seit seinem 14. Lebensjahr ist OM Michael schon Funkamateur. Er unterstützt das 40 Mann starke Team beim Funkbetrieb von der Weihnachtsinsel, der für den Zeitraum vom 28. September bis zum 26. Oktober stattfinden soll. Derzeit befindet sich das Team noch mitten in den Vorbereitungen. So wurde das Expeditionsrufzeichen T32C erst kürzlich zugeteilt. Weitere Informationen erhält man im Internet.

UCX-Log unterstützt DCL
Bernd Bruhn, DL7UCX, hat mit der neuen Version des kostenlosen Logbuchprogramms UCX-Log eine spezielle Funktion zum gezielten Export von QSOs ins DARC Contest Logbook, kurz DCL, bereitgestellt. Benutzer können in ihrem Log gezielt einzelne QSOs auswählen, die für einen Diplomantrag im DCL genutzt werden sollen. Diese QSOs werden in einer ADIF-Datei gespeichert, die dann ins DCL eingespielt werden kann. Dadurch wird einerseits aufwändige Tipparbeit vermieden. Andererseits werden nicht unnötig viele QSOs ins DCL eingespielt. Eine Dokumentation der neuen Funktion hat Jan-Henrik Schulz, DG8HJ, zeitnah im DARC-Wiki erstellt. Anhand von Screenshots werden die notwendigen Schritte erläutert.

Termine
Am 19. Februar findet die 34. GHz-Tagung von 9 bis 17.15 Uhr in der Volkshochschule Maria Lindenhof an der B224, in Dorsten statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung gibt es auf der Tagungswebseite.

Aktuelle Conteste

  • 11. bis 13. Februar: YLRL YL-OM Contest
  • 12. Februar: VFDB-Contest und FISTS Spring Contest
  • 12. bis 13. Februar: CQ WPX Contest, PACC Contest, KCJ Topband Contest und RSGB 1,8 MHz CW Contest
  • 13. Februar: North American Sprint
  • 16. Februar: AGCW-DL Schlackertastenabend
  • 18. bis 19. Februar: Russian WW PSK Contest
  • 19. bis 20. Februar: ARRL International DX Contest

Die Ausschreibungen finden Sie auf der Webseite des DX und HF-Funksportreferates sowie mittels der Contesttermin-Tabelle in der CQ DL 2/11 auf S. 134.
Der Funkwetterbericht vom 9. Februar, erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL

Rückblick vom 2 bis 8. Februar: Die sehr geringe Sonnentätigkeit spiegelt sich in Fluxwerten von 80 plus/minus zwei Einheiten bei ein bis zwei Sonnenflecken wider. Es gab keine Flares aber ein wechselhaftes geomagnetisches Feld. In der Nacht zum Samstag gab es zwischen 21 und 24 Uhr einen geomagnetischen Sturm der Stärke G1. Das interplanetare Magnetfeld fiel von 17 auf 3 Nanotesla. Bevor es zu stürmen begann, herrschten angehobene Bedingungen auf 160 und 80 m. N4AF war auf 160 m abends um 20:30 UTC hörbar, das ist dort am frühen Nachmittag. Insgesamt fanden wir gute DX-Bedingungen auf den Lowbands vor, selbst VP8ORK war gegen Mitternacht auf 160 m mit 5-5-9 an der kurzen Groundplane des Autors aufzunehmen. 40, 30 und 20 m waren gut genutzte Bänder mit lauten Signalen aus allen Kontinenten. 15 m war wiederholt nach ganz Amerika offen, aber auch auf 12 und 10 m konnte man schöne transäquatoriale Verbindungen tätigen, so mit VP8, ZS, LU und ganz Afrika.

Vorhersage bis zum 16. Februar: Wir erwarten keine markanten Störungen aber auch keine gravierenden Änderungen der solaren Aktivität. Der gegenwärtige Charakter der Kurzwellenausbreitung bleibt bestehen. Er ist durch Fluxwerte zwischen 80 und 86, guten Öffnungen der drei unteren Kurzwellenbänder 160, 80 und 40 m aber stundenweise nervigen Schwundperioden charakterisiert. Die oberen Bänder öffnen auf den Taglinien, aber bevorzugt in Nord-/Südrichtung. 12 und 15 m sollten stundenweise auch in Ost- Westrichtung offen sein.

Es folgen nun die Orientierungszeiten für Gray-Line DX, jeweils in UTC:

Sonnenaufgang: Auckland/Neuseeland 17:44; Melbourne/Ostaustralien 19:42; Perth/Westaustralien 21:48; Singapur/Republik Singapur 23:16; Tokio/Japan 21:34; Honolulu/Hawaii 17:05; Anchorage/Alaska 17:56; Johannesburg/Südafrika 03:48; San Francisco/Kalifornien 15:06; Stanley/Falklandinseln 08:47; Berlin/Deutschland 06:35; Sao Tome 05:44.

Sonnenuntergang: New York/USA-Ostküste 22:23; San Francisco/Kalifornien 01:42; Sao Paulo/Brasilien 21:50; Stanley/Falklandinseln 23:34; Honolulu/Hawaii 04:26; Anchorage/Alaska 02:27; Johannesburg/Südafrika 16:55; Auckland/Neuseeland 07:25; Berlin/Deutschland 16:07; Sao Tome 17:50.

Das waren die Meldungen des DARC-Deutschland-Rundspruchs. Die Redaktion hatte Stefan Hüpper, DH5FFL, vom Amateurfunkmagazin CQ DL. Diesen Rundspruch gibt es auch als PDF- und MP3-Datei auf der DARC-Webseite sowie in Packet Radio unter der Rubrik DARC. Meldungen für den Rundspruch – mit bundesweiter Relevanz – schicken Sie bitte per Post oder Fax an die Redaktion CQ DL sowie per E-Mail ausschließlich an redaktion@darcverlag.de. Vielen Dank fürs Zuhören und AWDH bis zur nächsten Woche!