DL-Rundspruch 4/2011

Quelle: DARC e.V. Lindenallee 4, 34225 Baunatal, Telefon 0561 949880

Deutschland-Rundspruch 4/2011, 4. KW

Hallo, liebe SWLs, YLs und OMs,
Sie hören den Deutschland-Rundspruch Nummer 4 des Deutschen Amateur-Radio-Clubs für die 4. Kalenderwoche 2011. Diesmal haben wir Meldungen zu folgenden Themen:

  • Video zeigt quelloffenen Sprachcodec in der Praxis
  • TV-Bericht des MDR über Morsetelegrafie
  • ARISSat-1 soll am 28. Januar zur ISS starten
  • Bundesregierung bestätigt Wirksamkeit geltender Grenzwerte
  • 160-m-Freigabe für große Conteste im Jahr 2011 in Spanien
  • Termine
  • Einladung zur Februar-QSO-Party
  • Funkbetrieb auf den Bändern
  • Aktuelle Conteste
  • Was gibt es Neues über das Funkwetter?

Hier die Meldungen:

Video zeigt quelloffenen Sprachcodec in der Praxis
Der quelloffene Sprachcodec mit dem Namen „Codec2“ bewährt sich mittlerweile auch für erste Tests in der Praxis. Ein Video zeigt Bruce, VE9QRP, und Paul, ZL3IN, bei einer Konversation, bei der dieser Sprach-Kompressor zum Einsatz kommt. Zwar findet die Übertragung hier noch über das Internet statt. Codec2 ist mit seiner geringen Bandbreite von 2500 Bit/s jedoch auch für die Anwendung in Amateurfunkprojekten interessant. Digitale Sprachübertragungen per Kurzwelle oder UKW wären denkbar. Im Video sieht man die jeweiligen Gesprächspartner, unterlegt mit dem Ton der Internet-Übertragung. Zuschauer können sich hier ein akustisches Bild über die Qualität der Sprachübertragung machen. Codec2 ist eine Entwicklung von David Rowe, VK5DGR. Als Codec – einem Kunstbegriff aus den englischen Wörtern coder und decoder – bezeichnet man ein Verfahren, das Daten oder Signale digital codiert und decodiert. Codecs ermöglichen eine Verringerung der für die Übertragung des gewünschten Signals notwendigen Bandbreite.

TV-Bericht des MDR über Morsetelegrafie
Auf der Internet-Videoplattform YouTube ist ein Fernseh-Bericht über Morsetelegrafie veröffentlicht. Der MDR-Beitrag aus der Sendereihe „Außenseiter-Spitzenreiter“ entstand am 3. Januar im Clubheim des OV Wolfsburg (H24).

ARISSat-1 soll am 28. Januar zur ISS starten
Der Amateurfunksatellit ARISSat-1 wurde kürzlich in einen Progress-41P-Transporter verladen und soll am 28. Januar zur Raumstation ISS starten. Wegen des bevorstehenden Starts des Versorgungsflugs STS-133 zur ISS wurde der Außenboardeinsatz im Weltraum auf den 16. Februar festgelegt, bei dem ARISSat-1 ausgesetzt werden soll. Die Amateurfunkausstattung von ARISSat-1 ist reichhaltig: Der Satellit kann für simultane 2-m-FM-, CW- und BPSK-Transpondersendungen genutzt werden. Möglich wird das durch einen Software definierten Transponder. Die FM-Sendungen wiederholen zyklisch eine Sprachansage, ausgewählte Telemetriedaten, 24 internationale Grußbotschaften in 15 Sprachen und Live-SSTV-Bilder. Die BPSK-Sendungen erfolgen in einem von Phil Karn, KA9Q, entwickelten Protokoll, welche die Lesbarkeit auch bei schwachen Signalpegeln ermöglichen sollen. Eine freie Software zur Signal-Demodulation für die Soundkarte soll rechtzeitig zur Verfügung stehen. Weiterhin ist ein 16 kHz breiter Transponder für den U/V-Modus vorgesehen. Zum Laden der Batterien sind sechs Solarpaneele vorhanden. Bei fortgeschrittener Entladung soll ARISSat-1 weiterhin Daten mit geringer Sendeleistung senden, sofern der Satellit genug Sonnenlicht erhält. ARISSat-1 ist der Nachfolger von Suitsat. Letzerer war in einem ausgedienten Raumanzug untergebracht und wurde am 3. Februar 2006 von der ISS im All ausgesetzt. Einige Monate später verglühte er in der Erdatmosphäre. Ursprünglich sollte Suitsat-2 bzw. heute ARISSat-1 ebenfalls in einem ausgemusterten Raumanzug installiert werden. Wegen Platzmangel auf der Raumstation wurde der favorisierte Raumanzug jedoch vorzeitig im All entsorgt.

Bundesregierung bestätigt Wirksamkeit geltender Grenzwerte
Die Bevölkerung ist nach Ansicht der Bundesregierung durch die geltenden Grenzwerte des 26. Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV) ausreichend vor gesundheitlichen Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder geschützt. Das geht aus einer Unterrichtung der Bundesregierung, der Drucksache 17/4408 von Mitte Januar, hervor. Sie kündigt aber an, dass weiterhin gezielt Forschung vor allem bezüglich eventueller Langzeitwirkungen und Wirkungen auf Kinder durch den Mobilfunk betrieben werde. Das Dokument kann man im Internet als PDF-Datei nachlesen.

160-m-Freigabe für große Conteste im Jahr 2011 in Spanien
Die spanische Fernmeldebehörde SETSI hat für das Jahr 2011 die Verwendung des Kurzwellensegments von 1810 bis 2000 kHz für große internationale Wettbewerbe im Amateurfunkdienst genehmigt. Die Wettbewerbe sind im Einzelnen:

  • CQ WW 160 m CW am 29./30. Januar;
  • CQ WW 160 m Telefonie am 26./27. Februar;
  • CQ WW WPX Telefonie am 26./27. März;
  • S.M. Der König von Spanien CW am 21./22. Mai;
  • CQ WW WPX CW am 28./29. Mai;
  • S.M. Der König von Spanien Telefonie am 25./26. Juni;
  • CQ WW DX Telefonie am 29./30. Oktober;
  • CQ WW DX CW am 27./28. November
  • ARRL 160 m am 3./4. Dezember.

Termine
Am 19. Februar findet die 34. GHz-Tagung von 9 bis 17.15 Uhr in der Volkshochschule Maria Lindenhof an der B224, in Dorsten statt. Das Vortragsprogramm befasst sich in diesem Jahr unter anderem mit SHF-Leistungsverstärkern und aktuellen Entwicklungen, Untersuchungen an Rauschquellen und betriebstechnische Erfahrungen oberhalb 100 GHz. Weiterer Programmpunkt ist die Verleihung der UKW-Contestpokale des DARC e.V. für das Jahr 2010. Ferner können mitgebrachte Selbstbauten an Messplätzen kostenlos getestet werden. Weitere Informationen zur Veranstaltung auf der Tagungswebseite.

Die Diplom-Interessengruppe (DIG) weist schon jetzt auf ihr Treffen vom 2. bis 5. Juni in Jork im „Alten Land“ an der Unterelbe hin. Interessenten sollten sich rechtzeitig anmelden und Zimmer reservieren. Weitere Informationen dazu beim DIG-Sekretär Werner Theis, DH1PAL, oder auf der DIG-Webseite.

Einladung zur Februar-QSO-Party
Am 6. Februar lädt der DARC-Vorstand von 07:00 bis 16:00 UTC zur Februar-QSO-Party ein. Der Funkbetrieb soll dabei nicht dem Contest-Betrieb ähneln, wohl aber sind alle Funkamateure zu verstärktem Betrieb aufgerufen. Zur Party zählen alle Verbindungen innerhalb der Amateurfunkbänder von 3,5 bis 430 MHz, einschließlich Relaisverbindungen und Echolink auf 2 m und 70 cm, ausgenommen sind die WARC-Bänder. Einsendeschluss für Logs ist der 21. Februar. Die Ausschreibungsbedingungen sind in der CQ DL 2/11 auf S. 134 veröffentlicht.

Funkbetrieb auf den Bändern
Anlässlich der 7. Asiatischen Winterspiele in Kasachstan arbeiten vom 29. Januar bis 6. Februar zehn Sonder-Stationen mit UP2011-Präfix auf den Bändern. Ein Diplom wird ebenfalls zur Aktivität angeboten. Eine Auflistung der Sonderstationen mit QSL-Informationen und Hinweisen zum Diplom ist im Internet nachzulesen.

Voraussichtlich vom 5. bis 17. Februar sind J6/DF2SS und J6/DL1VKE mit zwei Stationen in CW, SSB und RTTY von 160 m bis 10 m QRV. Der geplante Standort auf einer Anhöhe im Norden der Insel mit freier Sicht nach Europa und Nord-Amerika lässt auf gute Signale hoffen. Ein Team aus sieben Funkamateuren ist zwischen dem 4. und 17. Februar von Sao Tomè und Principe unter S9DX aktiv. Geplant ist durchgehender Betrieb auf allen Bändern von 1,8 bis 28 MHz, ev. 50 MHz in CW, SSB und RTTY mit Schwerpunkt auf den Low Bands in CW und RTTY. Weitere Informationen auf der DXpeditions-Webseite.

Aktuelle Conteste

  • 28. bis 30. Januar: CQ World-Wide 160-m-Contest
  • 29. bis 30. Januar: UBA DX Contest und REF-Contest
  • 5. Februar: AGCW-DL Handtasten-Party 80 m
  • 6. Februar: North American Sprint und Februar QSO-Party 2011 Die Ausschreibungen finden Sie auf der Webseite des DX und HF-Funksportreferates sowie mittels der Contesttermin-Tabelle in der CQ DL 1/11 auf S. 52 und 2/11 auf S. 134.

Der Funkwetterbericht vom 25. Januar, erstellt von Hartmut Büttig, DL1VDL
Rückblick vom 18. bis 24. Januar: Die Messwerte des solaren Fluxes stiegen von 81 am 18. Januar auf maximal 88 am 21. und 22., bevor sie bis zum 24. Januar auf 83 fielen. Am 21. Januar wurden sieben C-Flares, am 22. und 24.Januar jeweils ein C-Flare registriert. Das geomagnetische Feld zeigte sich überwiegend ruhig, bis auf einzelne isolierte Störungen. Wir fanden gute DX-Bedingungen zu allen Kontinenten zwischen 160 und 30 m vor. 20 bis 15 m öffneten auch, aber schlossen kurz nach einsetzender Dunkelheit.

Vorhersage bis zum 2. Februar: Wir erwarten bis Monatsende weiter sinkende Fluxwerte, bevor sie Anfang Februar wieder langsam steigen. Die vier unteren Kurzwellenbänder bleiben recht zuverlässige DX-Bänder. Während der Dämmerstunden bis etwa zwei Stunden danach sind QSOs über kürzere und mittlere Entfernungen durch die tote Zone oft unmöglich. 20 bis 12 m sind nur auf den Taglinien brauchbar, wobei die Nord-Südrichtungen bevorzugt öffnen.

Es folgen nun die Orientierungszeiten für Gray-Line DX, jeweils in UTC:

Sonnenaufgang: Auckland/Neuseeland 17:28; Melbourne/Ostaustralien 19:25; Perth/Westaustralien 21:34; Singapur/Republik Singapur 23:15; Tokio/Japan 21:46; Honolulu/Hawaii 17:10; Anchorage/Alaska 18:34; Johannesburg/Südafrika 03:37; San Francisco/Kalifornien 15:19; Stanley/Falklandinseln 08:19; Berlin/Deutschland 07:00; South Orkney 06:33.

Sonnenuntergang: New York/USA-Ostküste 22:04; San Francisco/Kalifornien 01:26; Sao Paulo/Brasilien 21:57; Stanley/Falklandinseln 00:00; Honolulu/Hawaii 04:16; Anchorage/Alaska 01:45; Johannesburg/Südafrika 17:03; Auckland/Neuseeland 07:37; Berlin/Deutschland 15:39; South Orkney 23:51.

Das waren die Meldungen des DARC-Deutschland-Rundspruchs. Die Redaktion hatte Stefan Hüpper, DH5FFL, vom Amateurfunkmagazin CQ DL. Diesen Rundspruch gibt es auch als PDF- und MP3-Datei auf der DARC-Webseite sowie in Packet Radio unter der Rubrik DARC. Meldungen für den Rundspruch – mit bundesweiter Relevanz – schicken Sie bitte per Post oder Fax an die Redaktion CQ DL sowie per E-Mail ausschließlich an redaktion@darcverlag.de. Vielen Dank fürs Zuhören und AWDH bis zur nächsten Woche!